Least Cost Metering macht Zählerfernauslesung in Hanau schneller denn je

Anfang Mai 2003 starteten die ersten Pilotprojekte mit Least Cost Metering Technologie in Deutschland und noch vor Jahresende konnten die ersten Anlagen erfolgreich abgeschlossen werden. Die Kunden bestätigen jetzt mit der entsprechenden Praxiserfahrung: dem Skalar gehört die Zukunft. Bei den Stadtwerken in Hanau wurde die neue Technologie auf Herz und Nieren getestet und die Kompatibilität mit den heute eingesetzten Zählern und den Anforderungen eines modernen Netzbetreibers überprüft. In Hanau überträgt man dabei jetzt die aktuellen Mess- und Zählerdaten, Abrechnungswerte und Lastgänge schneller als je zuvor und spart mit dem neuen System täglich Kosten ein.

Die technische Entwicklung bei Energiezählern hat sich seit Einführung der vollelektronischen Messgeräte immens beschleunigt. Stand der Technik ist heute die Aufzeichnung von Lastgangdaten, flexible Tarifierung oder laufende Analyse und Registrierung der Spannungsqualität. Dies erzeugt ein Vielfaches der Datenmengen früherer Zähler. Aber auch die Kommunikationsnetze sind heute schneller geworden und bieten flexiblere Möglichkeiten als noch vor Jahren. Moderne Modemtechnologie wie der Skalar macht beides gemeinsam nutzbar und erzeugt Synergien.

Die Stadtwerke Hanau sind ein kommunales Energieunternehmen östlich von Frankfurt gelegen und versorgen Strom, Gas, Wasser und Fernwärme bei insgesamt etwa 85.000 Messstellen im Versorgungsgebiet. Man betreibt seit langem ein klassisches System zur Zählerfernablesung im Strombereich mit einer ENZ2000 und einem nachgeschalteten EDW3000 zur Validierung.

 

Least Cost Metering im Vergleich

Im jetzt abgeschlossenen LCM Pilotprojekt wurden insgesamt 20 neue Messstellen mit Stromzählern Elster A 1500 und 4-Quadrantenmessung mit neuester Skalar Technologie zur Ablesung kombiniert.

Die Zähler erfassen Registerdaten mit Zählerständen und Statuswerten sowie einen kontinuierlichen Lastverlauf im 15-Minuten Raster. Für die Datenübertragung wurden analoge Telefonleitungen, GSM und direkte Ethernet Verbindung gewählt. Dabei wurden die Skalar Geräte so konfiguriert, dass alternativ Internetverbindungen vom Gerät aus aufgebaut wurden, sie gleichzeitig aber auch für Anrufe vom herkömmlichen Leitstellensystem aus jederzeit erreichbar bleiben. In dem für die Stadtwerke neuen Internetbetrieb sollte nun geprüft werden, ob die bisherigen Funktionen wie die Fernabfrage von Zählerständen und Lastprofilen sowie das Logbuch des Zählers genauso zuverlässig funktionieren wie mit bisheriger Technologie.

Internet als Übertragungsmedium

Als erster Unterschied zu einem herkömmlichen System wird der Ablesevorgang eines Zählers nicht mehr von der Leitstelle aus initiiert, sondern der Skalar vor Ort aufgrund einer parametrierten Zeitliste von selbst tätig. Die Datenübertragung erfolgt dann über das Internet wobei der Skalar je nach Übertragungsanschluss eine analoge Telefonverbindung oder eine GPRS Verbindung über den von den Stadtwerken ausgewählten Provider Treml & Sturm herstellt. Die vom Zähler abgelesenen Messdaten werden zuvor schon vor Ort in das Standarddatenformat LPEXII konvertiert, alternativ wäre hier auch ein direktes MSCONS Format möglich.

Die Messdaten werden dann, in fertig aufbereiteten Tages-Ablesedateien separiert, auf einem nichtöffentlichen FTP-Server der Stadtwerke Hanau in deren nichtöffentlichem Netz abgelegt. Von hier aus werden die Daten dann direkt in das EDM-System eingelesen und dort weiterverarbeitet.

Der Netzbetrieb der Stadtwerke Hanau arbeitet hierbei bereits in einem unbundelten Szenario, d.h. die Messdaten werden in einer von Vertrieb und Abrechnungssystem unabhängigen EDM-Anlage für alle Netzkunden gleichermaßen vorverarbeitet. Danach stehen die Daten sowohl dem stadtwerkseigenen wie dem fremdversorgenden Vertriebsbereich gleichermaßen diskriminierungsfrei zur Verfügung. Für die Abrechnung werden die so plausibilisierten Daten dann an das XAP-System der Firma Somentec weitergegeben.

Testurteil: gut

Insgesamt beurteilen die Stadtwerke Hanau das Pilotprojekt mit dem Least Cost Metering Konzept als sehr positiv. „Die Geschwindigkeit, mit der die Daten hier übertragen werden ist wirklich beeindruckend“ erklärt Udo Hammer, Leiter der Energiewirtschaft der Stadtwerke Hanau. „Dabei tritt der Geschwindigkeitsvorteil sowohl im Internetbetrieb, als auch bei der herkömmlichen Benutzungsweise als normales Modem deutlich zu Tage.“ „Wir werden in Zukunft in unseren Anlagen generell den Skalar einbauen“ fügt Projektleiter Martin Schmitt hinzu. „Es lohnt sich in jedem Fall, wir können von Anfang an Telefonkosten sparen, weil wir schneller übertragen und jederzeit die Anlage auf Internetbetrieb umstellen und dann die Kosten noch einmal reduzieren können“. Doch nicht nur Geschwindigkeit und Kosten sprechen für den Skalar. Die vielfältigen Zusatzoptionen machen einen sehr breiten Einsatz möglich. „Sowohl im Strom- als auch Gasbereich können wir das Gerät einsetzen, es gibt alle Übertragungsmedien unter einer Plattform. Für Spezialaufgaben wie Minutenwerte aus Großkundenanlagen ist es auch geeignet.“

So erklärt der GÖRLITZ-Projektverantwortliche Reinhard Noack, wie bei einem anderen Versorgungsunternehmen die minütliche Erfassung aktueller Leistungswerte von Größtkunden erfasst und über Internetverbindungen laufend an ein Lastführungssystem der Leitwarte gemeldet werden. „Hiermit können dezentrale energieintensive Anlagen sehr leicht und kostengünstig an ein laufendes Lastführungssystem angebunden werden.

Mit entsprechender Firewall-Technologie wird die notwendige Abschottung der beteiligten Rechner vom allgemeinen Internet gewährleistet, damit nur von den Skalaren gesendete Datenströme den Zielrechner erreichen. Ein Vorteil dieses Konzeptes liegt in der schnellen Verfügbarkeit der Daten, die in „near-time" auf der Leitstelle zur Auswertung und für schnelle Schalthandlungen an den Produktionsanlagen zur Verfügung stehen.

Die Technologie des Least Cost Metering im Skalar ermöglicht eine immense Einsparung bei den laufenden Kommunikationskosten, da die Daten beim GSM-Provider im GPRS-Tarif nach dem übetragenen Volumen abgerechnet werden und dabei gleichzeitig sehr zeitnah zur Verfügung stehen. Im vorliegenden Fall werden mehrere teure Standleitungen durch das äußert kostengünstige Konzept ersetzt.